Rettungsinsel Segelyacht Sicherheit – neue Lalizas ISO 9650-1 Group A Rettungsinsel an Bord von Aurelia Blue

Neue Rettungsinsel für Aurelia Blue: Sicherheit jenseits der Checkliste

Rettungsinsel Segelyacht Sicherheit gehört zu den Themen, die Gäste an Bord möglichst nie aktiv beschäftigen sollen – und genau deshalb lange vor einem Notfall vorbereitet werden müssen.

Echte Yacht. Echte Vorbereitung.

Eine neue Rettungsinsel für Aurelia Blue

Sicherheitsausrüstung gehört zu den Dingen an Bord, von denen man hofft, dass sie ihr ganzes Leben lang unbenutzt bleiben. Weniger wichtig werden sie dadurch nicht. Im Gegenteil.

Diese Woche hat Aurelia Blue in Trinidad eine neue Rettungsinsel bekommen. Geliefert wurde sie von Marine Consultants Trinidad. Kayla hat den gesamten Ablauf von der Anfrage bis zur Übergabe betreut, war freundlich, unkompliziert und sehr hilfsbereit — und brachte die Rettungsinsel sogar persönlich zur Yacht. Nach dem Vergleich der lokalen Angebote war dies für uns die passendste Lösung in Trinidad.

Die Rettungsinsel entspricht ISO 9650-1 Group A und sitzt in einem festen Container. Für uns ging es bei der Anschaffung nicht darum, einen weiteren Punkt auf einer Sicherheitsliste abzuhaken. Es ging darum, eine weitere Ebene eines Systems zu erneuern, das nur dann funktioniert, wenn alle Bestandteile vorbereitet sind, bevor sie jemals gebraucht werden.

Neue Lalizas-Rettungsinsel nach ISO 9650-1 Group A sicher an Deck von Aurelia Blue verstaut

Rettungsinsel Segelyacht Sicherheit: Warum sie auch in Küstennähe wichtig bleibt

Rettungsinseln verbindet man oft mit Ozeanpassagen und dramatischen Notfällen weit draußen auf See. Eine Yacht muss aber nicht mitten im Atlantik sein, damit das Verlassen des Schiffes notwendig werden kann.

Feuer ist wahrscheinlich das deutlichste Beispiel. Ein ernsthafter Brand kann eine Yacht unbewohnbar machen, lange bevor sie sinkt. Ähnliches gilt bei schwerem Wassereinbruch, Kollision, strukturellen Schäden oder jeder Situation, in der das Verbleiben an Bord gefährlicher wird als das Verlassen der Yacht.

Ein paar Meilen Abstand zur nächsten Insel machen eine solche Situation nicht automatisch einfach. Seegang, Wind, Dunkelheit, Verletzungen, Riffe, Strömung und die tatsächliche Erreichbarkeit durch Rettungskräfte spielen eine Rolle. Deshalb bleibt eine Rettungsinsel auch dann sinnvoll, wenn ein großer Teil des Segelns küstennah stattfindet.

Was steckt eigentlich in einer Rettungsinsel?

Eine Rettungsinsel ist mehr als ein aufblasbarer Ring mit Dach. Sie soll eine vorübergehende Überlebensplattform schaffen und den Menschen darin genug Grundausrüstung geben, um die Situation zu stabilisieren, Hilfe zu signalisieren und bis zur Rettung geschützt zu bleiben.

Der genaue Inhalt hängt von Norm und Einsatzbereich ab, typische Offshore-Ausrüstung kann jedoch Folgendes umfassen:

  • einen Treibanker, der Drift reduziert und die Lage der Insel in Wellen beruhigt
  • eine schwimmfähige Rettungsleine oder Bergungshilfe
  • schwimmfähige Paddel für begrenztes Manövrieren
  • ein schwimmfähiges Messer, um die Verbindung zur Yacht zu trennen, wenn das Schiff selbst zur Gefahr wird
  • Schöpfgefäß und Schwämme zum Entfernen von Wasser
  • Handpumpe oder Blasebalg zum Nachfüllen von Luft
  • Reparaturmaterial und Leckstopfen
  • Pfeife, Lampe und Signalmittel
  • Überlebensanweisungen und eine Übersicht internationaler Notsignale
  • Mittel gegen Seekrankheit
  • je nach Ausrüstungspaket Trinkwasser, Notrationen, Wärmeschutz und weitere Notsignalmittel

Jeder dieser unscheinbaren Gegenstände hat eine Funktion. Ein Treibanker stoppt die Rettungsinsel nicht vollständig, reduziert aber Drift und heftige Bewegungen. Das schwimmfähige Messer wird wichtig, wenn die Yacht selbst — zum Beispiel bei Feuer oder beim Sinken — zur Gefahr wird, von der sich die Insel trennen muss.

Was würden wir im Notfall tatsächlich tun?

Jeder Notfall ist anders, die Grundlogik bleibt jedoch gleich. Zuerst kommt die Yacht. Ursache finden, Wassereinbruch möglichst stoppen, einen Brand nur so lange bekämpfen, wie dies sicher möglich ist, Notruf absetzen und die Crew vorbereiten. Rettungswesten werden früh angelegt und nicht erst dann, wenn die Situation bereits außer Kontrolle ist.

Wenn das Verlassen der Yacht notwendig wird, kommt die Rettungsinsel an die sicherste verfügbare Aussetzposition und die Auslöseleine wird sicher mit der Yacht verbunden. Durch kräftiges Ziehen wird die Aufblasmechanik aktiviert. Sobald die Insel vollständig entfaltet ist, soll möglichst direkt eingestiegen werden — idealerweise ohne vorher ins Wasser zu müssen.

Tragbare Notfallausrüstung kommt mit, wenn Zeit und Bedingungen es erlauben: Notfunkbaken, Handfunkgerät, Ortungsgeräte, Medikamente, Wasser und Grab Bag. Die Verbindung zur Yacht wird nicht allein deshalb gekappt, weil alle in der Insel sitzen. Solange die Yacht stabil ist und keine unmittelbare Gefahr darstellt, kann ihre Nähe die Auffindbarkeit deutlich verbessern. Trennen muss man sich, wenn das Schiff brennt, sinkt, auf die Rettungsinsel rollt oder auf andere Weise selbst gefährlich wird.

Die Rettungsinsel ist nur eine Sicherheitsebene

Rettungsinsel Segelyacht Sicherheit ist für uns kein einzelnes Ausrüstungsthema. Aurelia Blue verlässt sich bei Sicherheit nicht auf ein einzelnes Ausrüstungsteil; unser Ansatz ist bewusst mehrstufig.

Dazu gehören passend eingestellte Rettungswesten und persönliche Mann-über-Bord-Ortung mit MOB-AIS. Ziel ist, eine Person im Wasser sofort für die Yacht und andere AIS-ausgerüstete Schiffe sichtbar zu machen, statt ausschließlich auf Sichtkontakt angewiesen zu sein.

Dazu kommen Navigation, Kommunikationssysteme, Notfunkbaken, Brandschutz, Bilgesysteme, Notsteuerung, medizinische Ausrüstung und die regelmäßige Kontrolle der Yacht selbst.

Kein einzelnes Gerät macht eine Yacht sicher. Entscheidend ist das Zusammenspiel: Die Rettungsweste hält eine Person über Wasser, MOB-AIS hilft beim Auffinden, die Rettungsinsel bietet Schutz, wenn die Yacht verlassen werden muss, Notsysteme holen externe Hilfe dazu und Wartung senkt die Wahrscheinlichkeit, dass eines dieser Systeme überhaupt gebraucht wird.

Sicherheit bleibt meistens unsichtbar

Gäste sehen normalerweise Buchten, Segeltage, Abendessen im Cockpit und die Orte, die wir besuchen. Sie sollen ihren Urlaub nicht ständig mit Gedanken an Notfallausrüstung verbringen.

Hinter dieser entspannten Erfahrung steckt jedoch viel Vorbereitung. Eine Rettungsinsel zu ersetzen ist nicht spektakulär. Einen Feuerlöscher zu prüfen, einen Riggterminal zu kontrollieren, eine Bilgepumpe zu testen oder einen Schlauch vor seinem Ausfall auszutauschen ebenfalls nicht. Genau diese Entscheidungen bestimmen aber, ob eine Yacht nur auf dem Papier gut ausgerüstet oder tatsächlich vorbereitet ist.

Unsere neue Rettungsinsel ist deshalb nichts, was wir irgendwann demonstrieren möchten. Im Idealfall verbringt sie ihre gesamte Lebensdauer ruhig an Deck. Das wäre das bestmögliche Ergebnis.

Gutes Segeln beginnt mit guter Vorbereitung. Manchmal sieht man diese Vorbereitung in Sonnenuntergängen, Ankerbuchten und entspannten Segeltagen. Manchmal steckt sie in den weniger glamourösen Dingen — etwa in einem weißen Container an Deck, den wir hoffentlich niemals öffnen müssen.

Vorbereitung, die Gäste möglichst nie bemerken müssen

Seht, wie Aurelia Blue für echtes Fahrtensegeln vorbereitet ist

Sicherheit ist nur ein Teil der Yacht. Entdeckt Räume, Systeme und das Leben an Bord von Aurelia Blue oder schaut, wohin euch eine unserer nächsten gemeinsamen Reisen führen kann.

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